Der eigenwillige Blick – zwischen Linie und Licht…

© Erben Isa Hesse-Rabinovitch

Sonntag – Kulturtag: Nach fünf Monaten unterwegs mit dem neuen Gesamttarifsystem im ambulanten Bereich, könnte man denken, dass alles klar ist und das System verstanden wird. Leider gibt es immer noch viele Fragen wie was angewendet werden soll. Unsicherheit gibt es insbesondere bei der Anwendung der ambulanten Pauschalen. 

Wer im stationären Setting unterwegs ist, sollte die Systematik kennen. Und wer lange genug dabei ist, erinnert sich an die Einführung von SwissDRG… Es braucht einen Moment, aber wenn man sich die Zeit nimmt und genau hinsieht, dann versteht man das Konstrukt. 

Dieses intensive Hinschauen, das wir auch im Berufsalltag benötigen, spiegelt sich im Werk von Isa Hesse-Rabinovitch wider und führt uns zum heutigen Kulturtipp. 

Isa Hesse-Rabinovitch (1917–2003) war eine Künstlerin, die sich nie damit begnügte, den vorgezeichneten Pfaden zu folgen. Als Illustratorin, Fotografin und Filmemacherin hinterliess sie ein Werk, das von Überraschungen geprägt ist und bis heute durch seinen poetisch forschenden Charakter besticht. Ihre Bildwelten sind fesselnd und verspielt, doch sie sind das Resultat eines lebenslangen Suchprozesses, der sich keiner einzigen Disziplin unterordnen liess. 

Geboren 1917 in Zürich als Tochter zweier Kunstschaffender – des russischstämmigen Grafikers Gregor Rabinovitch und der österreichischen Künstlerin Stefanie von Bach –, wuchs Isa Rabinovitch in einem künstlerischen Umfeld auf. Ihre Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen von Zürich und Wien legte das Fundament, doch erst nach ihrer Rückkehr in die Schweiz fand sie ihren eigenen Weg als Grafikerin und Illustratorin. Es war der Beginn einer Reise, die sie parallel zur Zeichnung ab den 1950er-Jahren auch zur Fotografie führen sollte. Anfangs noch als Reisefotografin für den Tages-Anzeiger und die Swissair-Gazette tätig, zog es sie mit ihrer Rolleiflex nach Indien, Südamerika und ans Mittelmeer. Doch mit der Zeit vollzog sich in ihrer Arbeit ein subtiler, aber entscheidender Wandel: Das Dokumentarische trat in den Hintergrund, während das Verdichten von Stimmungen, Gesten und flüchtigen Momenten in den Vordergrund rückte. Wo immer sie ihre Kamera ansetzte, verschmolzen die Zeichnerin und die Fotografin zu einem einzigen, untrennbaren Blick. 

Die Ausstellung Isa Hesse-Rabinovitch! ist vom 28. März bis 1. November 2026 im Museo Hermann Hesse in Montagnola zu sehen.

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Wenn Analyse zur Poesie wird…