Die scheinbare Wirklichkeit…

Richard Mosse, If I Ran the Zoo, 2012, Digitaler C-Print, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, © Richard Mosse

Sonntag – Kulturtag: Warum ich in meinen Schulungen immer wieder auf die WZW-Kriterien (Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit, Wirksamkeit) hinweisen muss, erstaunt mich nur bedingt. Oft werden Behandlungspfade – also die tatsächlich erbrachten Leistungen – in Tarifpositionen übersetzt, wobei häufig automatisch die Position mit den höchsten Taxpunkten gewählt wird, ohne die zulässigen Kombinationsmöglichkeiten zu prüfen. In vielen Fällen hilft erst die medizinische Interpretation der Tarifpositionen, die korrekte Auswahl zu treffen. 

Werden diese Definitionen missachtet, führt dies zur Nichtbeachtung der WZW-Kriterien. Die Folge sind oft Doppelverrechnungen und unweigerlich Rückweisungen durch die Kostenträger. Dieses Spannungsfeld zwischen technischer Abrechnung und korrekter Zuordnung führt mich gedanklich zur Ausstellung „Fiktion und Wahrheit“, die ein grundlegendes Thema der Fotografie aufgreift: die vermeintlich authentische Wiedergabe der Wirklichkeit. 

Mit ausgewählten Kunstwerken hinterfragt die Ausstellung die traditionelle Vorstellung der Fotografie als objektives Abbild, als verlässliche Dokumentation oder gar als Beweismittel. Die präsentierten künstlerischen Positionen zeigen: Auch wenn das Medium Fotografie noch heute oft als „Fenster zur Welt“ wahrgenommen wird, ist jedes Bild ein Konstrukt, in dem sich Wahrheit und Fiktion verwischen. Dabei greift die Ausstellung hochaktuelle Themen auf, wie die digitale Bilderflut und die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Bildern im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. 

Ergänzend sei die Ausstellung „Remix“ erwähnt, eine Erweiterung der Sammlungspräsentation der Kunsthalle Bremen, die bis Frühjahr 2027 läuft.

Weiter
Weiter

Der eigenwillige Blick – zwischen Linie und Licht…