Innovative und schonende Diagnostik und Therapie im TARDOC und den ambulanten Pauschalen…
Warum Innovation und schonende Diagnostik in vielen Fällen nicht mehr funktioniert, zeigt die Vergütung von minimalinvasiven Vakuumbiopsien in der Brustkrebsdiagnostik.
Da die minimalinvasive Vakuumbiopsie in der Schweiz kaum mehr tragbar vergütet wird, hat die Arbeitsgruppe MIBB (Minimally Invasive Breast Biopsy) der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie (SGS) die Kampagne BreastForward initiiert.
Was heisst nicht tragbar vergütet? Im neuen Gesamttarifsystem wird die Diagnostik 34 % tiefer vergütet. Das heisst, die ambulanten Pauschalen decken das Material, aber kaum die ärztliche Leistung.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Diese schonende Methode wird aus Kostengründen vermutlich nicht mehr erbracht. Stattdessen droht ein Rückgriff auf die offene chirurgische Biopsie – ein Rückschritt für die Patientinnen, die nun wieder Vollnarkosen und Narben in Kauf nehmen müssen, und eine unnötige Belastung der ohnehin teuren OP-Saal-Ressourcen. Damit wird im internationalen Vergleich ein klarer Rückschritt eingeläutet.
Es gibt einige ambulante Pauschalen, die den Fokus auf die Patientin und den Patienten verloren haben. Dieses Beispiel finde ich jedoch sehr stossend, da es wie so oft um Frauengesundheit geht. Grundsätzlich ist mir als Medizincontrollerin und Tarifspezialistin klar, dass eine Petition zur Anpassung eines Tarifsystems keinen Sinn macht, trotzdem habe ich die Petition unterschrieben.