Vom bürokratischen Alltag zur visuellen Poesie…
Bar, Valparaíso. Chile, 1963. © Sergio Larrain / Magnum Photos
Sonntag – Kulturtag: Am Freitagabend – rechtzeitig zum Wochenende – ist der Newsletter der OAAT AG gekommen. Offensichtlich hat es in einigen Punkten, z. B. der Leistungserfassung, Diskussionen gegeben, dass es eine Klarstellung braucht. Seien wir aber ehrlich: Eine vollständige Leistungserfassung und die entsprechende Dokumentation ist nichts Neues. Oder doch?
Der für mich wichtigste Punkt sind aber nicht die Klarstellungen, sondern die Informationen zum Antragsverfahren. Dieses hat am 1. Februar begonnen und dauert bis zum 30. April. Die FMH, H+, prio.swiss und die ZMT haben ihre Prozesse für ihre Mitglieder entsprechend definiert. Ein wichtiger Aspekt der Informationen ist die Publikation der 2025 eingegebenen Anträge. Ich habe die Liste überflogen und weiss jetzt schon, dass es viele Änderungen geben wird, auch wenn die genauen Forderungen in den Anträgen nicht ersichtlich sind. Das macht es für die Leistungserbringenden nicht einfach.
Dieses immer wieder hinschauen, um keine Veränderung zu verpassen, bringt mich zum heutigen Kulturtipp: Die Ausstellung "El vagabundo de Valparaíso – Chile" von Sergio Larrain.
Larrain gilt als Visionär, der das Vergängliche durch unkonventionelle Blickwinkel in zeitlose Bilder verwandelte. In der aktuellen Retrospektive wird sein Erbe neu beleuchtet – von seinen Anfängen in Chile bis zu seinem Aufstieg bei Magnum Photos. Die erste Etappe in Barcelona (bis zum 24. Mai 2026) zeigt seine tiefe Bindung zur Heimat, insbesondere die Serie Niños de la calle, für die er sich auf Augenhöhe der Kinder begab. Gemeinsam mit Pablo Neruda schuf er zudem in Valparaíso ein „visuelles Gedicht“ aus Schatten und Treppen. Ab dem 1. August 2026 präsentiert die Biennal de Fotografia Xavier Miserachs in Palafrugell eine umfassende Darstellung seiner internationalen Karriere sowie seiner späten, spirituellen Phase des Rückzugs. Seine Fotografien verbinden bis heute Sozialdokumentation mit purer Poesie und bieten die Freiheit eines unkonventionellen Blicks.
Mehr Informationen zur Ausstellung findest du auf sichtbar.art