Zwischen Tarif-Updates und verschwindenden Bildern…
The Invisible Landscape. Delta de l’Ebre, 2021-2025 © Wayra Ficapal
Sonntag – Kulturtag: Wenn man sich plötzlich mit neuen Dingen auseinandersetzen muss, dann kann es sehr komplex werden. Diese Woche hatte ich gleich mehrere Dinge: Eine neue Veranstaltungsreihe zu Tarif-Updates im ambulanten und stationären Bereich, deren Homepage seit dieser Woche online ist, und die Auseinandersetzung mit einem scheinbaren Expertenbericht, d. h. zu einer Immobilienschätzung.
Es scheint, als ob man im Leben des Öfteren einen Spagat machen können sollte. Die Expertise im Tarifwesen konnte ich mir aufbauen und gebe sie gerne weiter. Das Know-how, eine Immobilie zu verkaufen, muss ich mir gerade sehr schnell beibringen.
So unterschiedlich die Dinge auch sind, beides ist lernbar. Ob es lernbar ist, uns an die Wetterkapriolen – die wir zum Teil selbst verschuldet haben – zu gewöhnen, ist fraglich. Es ist eine Frage der Haltung, ob wir uns mit Dingen, die auch unangenehm sind, auseinandersetzen wollen oder nicht.
Genau hier setzt mein heutiger Kulturtipp an, der uns zur Biennal de Fotografia Xavier Miserachs führt. Dort zeigt die katalanische Fotografin Wayra Ficapal auf eindrückliche Weise, wie eine solche Auseinandersetzung aussehen kann: In ihrem Projekt befasst sie sich mit dem aktuellen Zustand des Ebro-Deltas, wo der Mangel an Sedimenten in den Stauseen von Mequinensa und Riba-roja sowie der Druck des Klimawandels das Überleben des Deltas bedrohen. Die Künstlerin dokumentiert diese Region und greift in die Fotografien mit Wasser aus dem Mittelmeer ein – genau jenem Element, das in die Feuchtgebiete eindringt und diese zerstört. Die Fotografien zerfallen zunehmend, während die zuvor sichtbaren Bilder unsichtbar werden. Auf diese Weise erforscht Ficapal neue Formen der Darstellung der Landschaft und fördert gleichzeitig das Umweltbewusstsein.
Dieses Projekt wurde dank eines Stipendiums der National Geographic Society und der Unterstützung der Roca Umbert Arts Factory realisiert.